LESUNG

 

 

Jan
26
Di
2021
CORONA-DIALOG II: Lesung und Gespräch: „Der Untertan“ @ Video Mitschnitt
Jan 26 – Apr 30 ganztägig

Lesung und Gespräch: „Der Untertan“

 

 

 

Die Pandemie hat das Leben überall auf der Welt verändert und zu einem gesellschaftlichen Stillstand geführt, in jedem Land ein bisschen anders, aber die Bedrohung war und ist immer noch global. Wir möchten nicht stillstehen und mit Ihnen im Gespräch bleiben: Anknüpfend an unsere Ausstellung „Kultureller Shutdown, Social Distancing & Empty Spaces“ laden wir Sie ganz herzlich zu unserem zweiten digitalen Corona-Dialog ein – dieses Mal mit Schauspieler Knud Fehlauer.

 

Knud Fehlauer

 

Infolge der Coronapandemie wurden in Deutschland durch Anwendung des Infektionsschutzgesetzes die bisher größten Grundrechtseinschränkungen seit dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt. Anfänglich wurden die staatlichen Maßnahmen hingenommen, mit der Zeit hat sich mehr und mehr gesellschaftlicher Widerstand artikuliert, der längst die bizarren Formen der Verschwörungstheoretiker angenommen hat und nicht selten von rechten Gruppen instrumentalisiert wird. Die Pandemie stellt eine Belastungsprobe für die gesamte heutige Gesellschaft dar.

Mit dem 1918 erschienenen Roman „Der Untertan“ ist Heinrich Mann in einer ganz anderen Zeit zweierlei gelungen: Ein satirischer Rundumschlag gegen das Deutsche Reich unter Wilhelm II. und eine detaillierte Studie über einen opportunistischen Charakter. Im Mittelpunkt der Erzählung steht die Lebensgeschichte des fiktiven Opportunisten Diederich Heßling, der durch williges Ducken vor der Macht, durch großsprecherischen Opportunismus und eiserne Kaisertreue zum angesehenen Bürger und Fabrikanten wird. Als psychologische Studie weist der Roman weit über seine Zeit hinaus: Menschen vom Typ Heßling gibt es immer und überall.

Freuen Sie sich auf eine spannende Lesung und ein inspirierendes Gespräch mit dem vielseitigen Schauspieler!

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!

Ihre Pasinger Fabrik mit Stefan-Maria Mittendorf M.A., Kurator

Mai
3
Mo
2021
KOSTENLOSER STREAM: „Vergesst mich nicht“ – Texte aus dem Gefängnis @ Online
Mai 3 um 19:30

Kostenloser Stream zum Internationalen Tag der Pressefreiheit
in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern | Büro München

„Vergesst mich nicht“

 Texte aus dem Gefängnis

Ein musikalisch-literarisches Plädoyer für Presse- und Redefreiheit mit Texten türkischer JournalistInnen und AutorInnen, ausgewählt und vorgetragen von BR-Sprecherin Julia Cortis und musikalisch umrahmt von Sängerin/Gitarristin Chrisa Lazariotou. Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein Gespräch mit SZ-Journalistin Christiane Schlötzer und Autorin/Schauspielerin/Juristin Dilşad Budak-Sarıoğlu.

Julia Cortis (l., Foto: A. Timtschenko) und Chrisa Lazariotou (r., Foto: M. Birinci)

„Für alle, die mich im Gefängnis nicht vergessen haben“, ihnen widmete der inzwischen aus der türkischen Haft entlassene Journalist Deniz Yücel sein Buch „Wir sind ja nicht zum Spaß hier“. Mindestens 74 Schriftsteller und Medienvertreter sollen derzeit in türkischen Gefängnissen inhaftiert sein (Quelle: platform24.org) – manche von ihnen ohne Aussicht auf Freilassung zu Lebzeiten. Die Türkei befindet sich auf der weltweiten „Liste der Pressefreiheit“ von Reporter Ohne Grenzen derzeit auf Platz 154 von 180 (auf Platz 159 beginnt die „Blacklist“ der Länder, die die unsichersten sind).

Obwohl sich Organisationen und Regierungen für einzelne Inhaftierte einsetzen – viele von ihnen sieht und hört man nicht mehr, sie haben kein Gesicht, keine Stimme. Deswegen will diese Lesung genau das tun: Texten Gehör verschaffen, die von türkischen SchriftstellerInnen und JournalistInnen im Gefängnis entstanden sind. Und dabei auf die Schönheit und Kraft der Literatur aufmerksam machen, die die Schreibenden wieder als Menschen wahrnehmen lässt und einen Einblick gibt in ihr Leben in Haft. Drei Autoren und eine Autorin – Asli Erdoğan, Deniz Yücel, Selahattin Demirtaş und Ahmet Altan – sollen dabei für die vielen anderen stehen, die ihre Bücher heute nicht selbst vorstellen können.

JULIA CORTIS arbeitet als Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk, engagiert sich für Geflüchtete und Gedenkarbeit und veranstaltet musikalische Literatur- und Kabarettprogramme.

Die griechische Sängerin und Gitarristin CHRISA LAZARIOTOU ist eine Expertin für Musik des östlichen Mittelmeerraums. Zu ihrem Repertoire gehören Lieder der griechischen, türkischen und nahöstlichen traditionellen und klassischen Musik.

Christiane Schlötzer (l., Foto: SZ) und Dilşad Budak-Sarıoğlu (r., Foto: J. Moths)

CHRISTIANE SCHLÖTZER lebte zwischen 2001 bis 2021 fast zwölf Jahre in Istanbul, als Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung und des Züricher Tagesanzeigers, und zuletzt als Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya. Sie ist Mitgründerin des Vereins Journalisten helfen Journalisten, der verfolgte Journalistinnen und Journalisten unterstützt.

In Istanbul geboren und in Deutschland aufgewachsen, studierte DILŞAD BUDAK-SARIOĞLU Jura an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Nach ihrem Umzug in die Türkei 2011 arbeitete sie zunächst als CEO in einer Anwaltskanzlei, später dann als Producerin (u.a. für die ARD), freie Journalistin und Schriftstellerin. 2015 schloss sie ihre Schauspielausbildung bei den Şahika Tekand Studio Players in Istanbul ab.

Eine Veranstaltung der Pasinger Fabrik in Kooperation
mit der Friedrich-Ebert-
Stiftung Bayern | Büro München