LESUNG

 

 

Jul
1
Fr
2022
ILfest 2022 @ Kleine Bühne
Jul 1 um 18:00 – Jul 3 um 19:00

Case / Häuser

Es sind seltsame Zeiten, die wir gerade durchleben. Das vertraute Bild des traditionellen Heimes verändert sich gerade auf radikale Art und Weise. Die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem scheint heutzutage aufgehoben zu sein. Räume als Wohn- und Arbeitsort müssen neu überdacht werden, was auch bedeutet, die Relation zwischen Häusern und Stadt neu zu betrachten.
Nicht nur die Abgrenzung zwischen dem Inneren und dem Äußeren ist nicht mehr deutlich, sondern auch jene zwischen Mensch und Maschine, Mensch und Tier. Ein Gefühl der Befremdung, des Unheimlichen schleicht sich oft ein.

Bei ILfest 2022 werden wir über Häuser im eigentlichen Sinne bis zu unserem ‘Haus’ im weitesten Sinne reden, dem Planeten Erde.  Auch ein temporärer Aufenthalt kann dazu beitragen, unser innerstes Wesen zu formen, frühere Wurzeln zu kappen und neue Wurzeln zu schlagen. Jeder von uns bewohnt ein ‘Haus’, von dem wir uns nie trennen: Unser Körper ist unser intimster Raum, und die Sprache ist das Instrument, wodurch wir die Beziehung zur Welt da draußen und zu den anderen aufbauen, in dem wir uns eben ‘zu Hause’ fühlen.

Wir freuen uns, mit Euch über diese spannenden Themen bei ILfest 2022 zu diskutieren!

 

ILfest ist das Italienische Literaturfestival in München. ILfest lädt alle ein, die die Lust am Treffen und Diskutieren mit italienischen Autoren teilen – unabhängig ob auf Italienisch oder auf Deutsch.

ILfest – Italienisches Literaturfestival München wird von Elisabetta Cavani/ItalLIBRI, dem Italienischen Kulturinstitut und der Pasinger Fabrik organisiert, unter der Schirmherrschaft des Italienischen Generalkonsulats. Es wird durch das Kulturreferat der Stadt München gefördert.

Freitag  1.7.

18.00 Uhr – Eröffnung Festival / Ausstellung Una stanza per scrivere
Die Fotoausstellung zeigt eine Reihe italienischer Autoren und Autorinnen in ihrem Arbeitsumfeld. Literatur ist zum Lesen gedacht; was suchen wir Leser denn in den Häusern der Schriftsteller*innen? Geht es nur um Voyeurismus?
Lichthof der Pasinger Fabrik, täglich 10.00-23.00 Uhr
Eintritt frei

Foto c Luca Nizzoli Toetti

 

19.00 Uhr – Lesung
Viola Ardone, Il treno dei bambini, Einaudi / Ein Zug voller Hoffnung, C.Bertelsmann, aus dem Italienischen von Esther Hansen
Neapel, 1946: Der 7-jährige Amerigo lebt in einem der ärmsten Viertel, als die Mutter von einer wohltätigen Initiative hört, die bedürftige Kinder für ein knappes Jahr zu Familien im reicheren Norditalien schickt. In seiner neuen Familie lebt er sich schnell ein, bekommt sogar eine Geige geschenkt. Als er wieder in Neapel ist, erscheint ihm seine Mutter ganz fremd. Er reißt aus und steigt noch einmal in den Zug, fest entschlossen, die Stadt für immer hinter sich zu lassen …
Moderation: Francesca Polistina
In Zusammenarbeit mit C. Bertelsmann Verlag
Eintritt 10,- €          Ticket via MünchenTicket

Foto: Privat

 

 

21.00 Uhr – Film
Pasta nera von Alessandro Piva, Doku 52 min., 2011
Zwischen 1946 und 1952 mehr als 100.000 Kinder aus Suditalien wurden kurzfristig durch eine wohltätige Initiative der PCI und Unione Donne Italiane von Familien aus Nord- und Mitteitalien für einige Monaten beherbergt. Ein der besten Beispiele von Solidarität in der Geschichte Italiens.
Produktion: Seminal Film in Zusammenarbeit mit Istituto Luce Cinecittà
Original mit englischen Untertiteln
Mit freundlicher Unterstützung von Circolo Cento Fiori
Eintritt 5,- €  Ticket via MünchenTicket

 

 

Samstag 2.7.

Tagesticket für Samstag, 2.7. via MünchenTicket

 

15.00 Uhr – Gespräch mit Luca Molinari
Was haben die Häuschen der drei kleinen Ferkel und Le Cabanon Le Corbusiers gemein? Ist der bürgerliche Traum des Eigenheims mit dem Boom zu Ende gegangen? Welche Form benötigt das Haus in Zeiten von Sharing Economy und Notlagen wie Kriege und Migration? Wie hat Ikea nicht nur die Art verändert, wie wir uns Räume vorstellen, sondern auch wie wir leben? Luca Molinaris Le case che siamo, nottetempo lädt uns ein, auch politisch neu zu denken, in welchem Raum wir in Zukunft leben sollten oder könnten.
Moderation:  Matteo Bergamo
Eintritt 10,- €              Ticket via MünchenTicket

Foto: Alessandro Scarpa

 

 

17.00 Uhr – Lesung
Case & cose – Gespräch mit Sandra Petrignani, Le signore della scrittura

Eintritt 10,- €                     Ticket via MünchenTicket

 

 

 

19.00 Uhr – Gespräch mit Gianluca Didino und Samanta Schweblin
Heute leben wir in einer metaphorischen und realen Krise des Wohnens, die die Vorstellung des Hauses als vor Bedrohungen der Außenwelt geschützten Ort schrittweise geschwächt hat. Daraus entsteht ein Gefühl der Befremdlichkeit, des Unheimlichen, das in Literatur und Film Ausdruck findet.
In einer Mischung aus persönlichem Essay und Kulturkritik befasst sich Gianluca Didino Essere senza casa. Sulla condizione di vivere in tempi strani, minimumfax mit der historischen, psychologischen und kulturellen Bedeutung der ‘Seltsamkeit’ unserer Zeit.
Samanta Schweblins Roman Hundert Augen, Suhrkamp (orig. span. Kentukis) denkt über das seltsame Verhältnis von Fremdheit und Intimität im Netz nach, über eine Gesellschaft, die ihrer immer selbstverständlicheren Techniknutzung kaum soziale, gesetzliche und moralische Normen auferlegt.

In Zusammenarbeit mit Instituto Cervantes München
Eintritt 10,- €                  Ticket via MünchenTicket

 

 

Sonntag 3.7.

Tagesticket für Sonntag, 3.7. via MünchenTicket

 

11.00 Uhr Wozu noch – dichten?  Lesung und Podiumsgespräch
Ist in unserer hypermodernen Zeit noch Dichtung möglich? Auf diese alte Frage geben vier junge PoetInnen Antwort:
Maria Borio, Tommaso Di Dio, Carmen Gallo, Massimo Gezzi
Moderation: Piero Salabè
In Zusammenarbeit mit Lyrik Kabinett / Mit Unterstützung von ProHelvetia Schweizer Kulturstiftung
Eintritt 10,- €                     Ticket via MünchenTicket

 

 

15.00 Uhr – Gespräch mit Francesca Buoninconti,
Senti chi parla / Senza confini, Codice //Tierisch laut / Grenzenlos, Folio Verlag, aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl
Spannend und überaus anschaulich erzählt Buoninconti, wie sich Tiere orientieren, und vor allem, warum sie zu ihren Wanderungen aufbrechen; wie Tiere kommunizieren, um sich zu umwerben, Feinde abzuschrecken, Artgenossen zu warnen oder auf Futter hinzuweisen, sogar lügen und sich verstellen. Sie erklärt uns dabei, wie sehr Klimawandel und Umwelteingriffe jahrtausendealte biologische Zyklen und Wechselwirkungen zwischen Lebensräumen bedrohen. Lebensräume, die es dringend zu schützen gilt.
Moderation: Salvatore Viola
Eintritt 10,- €                Ticket via MünchenTicket

Foto: Michele Soprano

 

16.30 Uhr – Lesung
Maddalena Fingerle, Lingua madre, Italo Svevo / Muttersprache, Folio Verlag, aus dem Italienischen von Maria E.Brunner
Paolo Prescher ist besessen von Wörtern, sie haben für ihn Geruch, Farbe oder Klang. Paolo hasst dreckige Wörter, die nicht sagen, was sie sagen sollen. Er hasst seine Geburtsstadt Bozen mit ihrer behaupteten Zweisprachigkeit und ihren Oberflächlichkeiten. Auf der Suche nach einer unversehrten anderen Sprache flüchtet er nach Berlin und trifft dort auf Mira. Sie schafft es, seine Worte zu reinigen. Bis seine Obsession ihn wieder einholt. Premio Calvino 2021
Moderation: Cecilia Mussini
Eintritt 10,-€                Ticket via MünchenTicket

Foto: Julia Mayer

 

KINDERPROGRAMM 

mit Unterstützung von Com.It.Es. Monaco di Baviera
In Zusammenarbeit mit
Kultur- und Spielraum e.V.

Samstag 2.7
15.00 Uhr – Kinderlesung mit Simona Morani, Il bosco di Bruno, Giunti – ab 10 Jahren
1945. Der Weise Bruno lebt am Hof mit seiner Tante Sonia und vielen Verwandten. Eines Tages kommen Soldaten zum Hof, die Tante versteckt ihn in einen Schuppen im Wald, wo er wie ein kleiner Robinson Crusoe lernt, mit seinen Ängsten umzugehen und einen unerwarteten Freund findet. Diese Freundschaft wird ihm helfen, sich und seiner Gemeinschaft aus der Gefahr zu retten.
Eintritt 5,-€                Ticket via MünchenTicket

 

 

Sonntag 3.7.

11.00 Uhr – Workshop / Laboratorio di disegni volanti mit der Illustratorin Irene Penazzi, Nel mio giardino il mondo, Terredimezzo / dt. In unserem Garten, Beltz – 4-7 Jahre
Im Frühjahr, Sommer, Herbst und bis zum Winter spielen drei Kinder in einem paradiesischen Garten. Sie bauen Hasenställe und Hütten, sie klettern auf Bäume, kümmern sich um verletzte Vögel, pflanzen, buddeln, sammeln Laub und machen Feuer. Alles ist fantasievolles Spielen, Entdecken und Ausprobieren in der Natur. In diesem Workshop malen wir die bunten Bewohner dieses Gartens, die dann mit einem Zaubertrick fliegen werden!
Dauer: 60 min.
Eintritt 5,- €             Ticket via MünchenTicket

 

 

 

15.00 Uhr – Workshop / Taccuino delle esplorazioni mit der Illustratorin Irene Penazzi
Su e giù per le montagne, Terredimezzo 7-10 Jahre
Wir begeben uns auf einem Spaziergang “über Berg und Tal”, durch Wälder und Lichtungen, an Seen und Bächer entlang; wir beobachten zusammen die Erde, den Himmel, die Natur, wir entdecken Spuren, gehen Fährten nach.
Wir legen ein Entdeckungsbuch an, in dem wir alles festhalten, was uns auffällt, gefällt, neugierig macht – alles, was wir beobachten können, wenn wir die Augen richtig aufmachen.
Dauer 90 min
Eintritt 5,- €             Ticket via MünchenTicket

 

 

INFOS:
KARTENVERKAUF über die Abendkasse der Pasinger Fabrik tel. 82929079 und über Münchner Ticket (+VVK)
Einzelticket 10,-€ / Kinderticket 5,-€ / Film 5,- € / Tagesticket Samstag oder Sonntag 25,- €

Streaming: einzelne Veranstaltung 6,- € / Gesamtticket für Erwachsenenveranstaltungen 35,- € über www.ilfest.de

VERANSTALTUNGSORT Pasinger Fabrik GmbH, Kultur- und Bürgerzentrum der Landeshauptstadt München, August-Exter-Str.1, 81245 / direkt am S-Bahnhof Pasing  www.pasingerfabrik.com

IMPRESSUM ILfest – Italienisches Literaturfestival München www.ilfest.de / info@ilfest.de

 

 

Jul
10
So
2022
Erinnerungszeichen – Gedenkakt für M. und B. Sterneck @ Kleine Bühne
Jul 10 um 14:00 – 15:00

Erinnerungszeichen für Margarethe und Berthold Sterneck (Presselweg 1) – Gedenkakt

Gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Jüdisches Leben in Pasing werden am 10.07.2022 im Pasinger Presselweg 1 in Anwesenheit von Angehörigen sowie des Kulturreferenten Anton Biebl, der Präsidentin der IKG Frau Dr. Charlotte Knobloch und Malte Krasting von der Bayerischen Staatsoper, Erinnerungszeichen (www.erinnerungszeichen.de) für das Sängerehepaar Margarethe und Berthold Sterneck eingeweiht, die beide von den Nationalsozialisten als Juden verfolgt wurden und die NS-Zeit nicht überlebten.

Eine Veranstaltung der Koordinierungsstelle Erinnerungszeichen, Kulturreferat der Landeshauptstadt München

 

So. 10.7.2022
14 Uhr
Kleine Bühne

Eintritt frei

Jul
20
Mi
2022
Stefan Wimmer: Die 12 Leidensstationen nach Pasing @ Open Air im Park des Ebenböckhauses
Jul 20 um 19:30

 

Stefan Wimmer: „Die 12 Leidensstationen nach Pasing“

Lesung und Gespräch über eine Münchner Vorstadtjugend in den 80ern – mit einem Gastauftritt von Moses Wolf

 

Von Falco stammt der etwas kryptische Satz: „Wer sich an die 80er erinnern kann, hat sie nicht miterlebt.“ Zwei Interpretationen sind da möglich: Entweder man hat den Stil der 80er einfach immer weitergelebt, so dass sie nie vergangen sind, was nicht einmal Stefan Wimmer, der Autor und Journalist, tut. Obwohl er am Ende seines Romans „Die 12 Leidensstationen nach Pasing“ schreibt: „Und dennoch vergeht kein Tag, an dem ich nicht an diese Zeit denke. Denn sie kommt mir trotz ihres Wahnsinns viel humaner und schöner vor als Heute.“ Oder, die makaberere Version: Man hat diese Zeit so intensiv gelebt, dass man rechtzeitig den Löffel abgegeben hat, so dass die Gleichung gilt: mein Leben waren die 80er.

Roderick Thorwald war so einer. Er ist der Kopf der Kajal-Clique, um die sich in „Die 12 Leidensstationen nach Pasing“ alles dreht. Und die Kajal-Clique gab es wirklich, auch wenn Stefan Wimmer die Namen von Teenies und Lehrern leicht verändert hat. Und dann gab es noch den „Denker“, den „Stellvertretenden Vorsitzenden“ Stevie mit wasserstoffperoxyd-blonden Haaren, schwarzen Roboterstiefeln (also den Autoren selbst) und die anderen lässigen Punk-New-Waver in der „c“-Klasse am Karlsgymnasium 1985. Die „a“-Klasse, das war das Gegenmodell: Popper und Yuppies, allesamt geschniegelt.

Dieser großartige, frivole und wahre Roman ist das Gegenteil eines Teenager-Martyriums. „Ich würde behaupten: Wir sind in der glücklichsten aller Welten aufgewachsen“, sagt Wimmer am Schluss. Um das zu erkennen, muss man nicht den Sommer 1985 in Pasing gewesen sein. Und weil Stevie Wimmer auch kein jammernder Nostalgiker ist, schickt er uns alle am Ende raus ins Leben, um es krachen zu lassen.

 

Lesung
Mi. 20.7.2022
19.30 Uhr
Open-Air im Ebenböckhaus
bei schlechtem Wetter in der Pasinger Fabrik
(Zutritt zur Pasinger Fabrik nur mit „Allwettertickets“)

Eintritt: 12,- €

 

Karten für die Veranstaltungen der Pasinger Fabrik sind an der Kasse der Pasinger Fabrik, bei allen an MünchenTicket angeschlossenen Vorverkaufsstellen, sowie als Print-at-home-Tickets erhältlich.
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Bitte beachten Sie, dass beim Kauf von Tickets an externen Vorverkaufsstellen und im MünchenTicket-Webshop zusätzlich Gebühren anfallen können.
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Weitere Informationen zum Vorstellungsbesuch finden Sie auf der Service-Seite