Yes, We Ken!

Wann:
12. Dezember 2019 um 16:00 – 19. Januar 2020 um 20:00
2019-12-12T16:00:00+01:00
2020-01-19T20:00:00+01:00
Wo:
Galerie 1 - 3
Preis:
4,- / 2,-

© Jana Cruder, “Domestic Ken”, aus der Fotoserie „Great Expectations“, 2013

 

Über Ken zu zeitgenössischer Kunst und Gesellschaft

Kuratoren: Augusta Laar und Stefan-Maria Mittendorf

Als Elliot und Barbara Handler 1961 für die Firma Mattel den „boyfriend“ von Barbie erfanden, wurde er nach dem damaligen Männer-Ideal, dem Sänger Neil Diamond gestaltet. Fortan stand der gut gekleidete und etwas spießig wirkende Ken, Barbie als Partner und Erfinder ihrer speziellen Haushaltsgeräte zur Seite. So repräsentieren Ken und Barbie das amerikanische Traumpaar und avancieren zu den Plastikikonen der westlichen Kultur. Als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen wandelte sich Ken zum „Superstar Ken 1977“ und „Earring Magic Ken 1993“. Der „Hipster-Ken“ mit einem modischen Herrendutt lässt an Kens Zeitgenossenschaft nicht mehr zweifeln.

Die Ausstellung hat die Konstruktion und den Wandel des Männerbildes exemplifiziert an der legendären Ken-Puppe und deren Rezeption in Kunst und Gesellschaft zum Thema. Präsentiert wird nicht nur Augusta Laar´s einzigartige Ken-Sammlung mit fast 100 Puppen, sondern die beiden Kurator*innen haben darüber hinaus internationale zeitgenössische Künstler*innen eingeladen, die sich intensiv mit der Ken-Puppe von Mattel auseinandergesetzt haben, sowie männliche Identität und gesellschaftlichen Wandel reflektieren.

Teilnehmende Künstler*innen: Dörthe Bäumer (Deutschland), Birthe Blauth (Deutschland), Stefan Stratil (Österreich), Jana Cruder (USA), Dina Goldstein (Canada), Augusta Laar (Deutschland), Felix Müller (Deutschland), Olaf Probst (Deutschland), Sands Murray-Wassink (Niederlande), Rose Stach & Gisbert Stach (Deutschland) und Robert Weissenbacher (Deutschland)

 

Vernissage
Mi. 11.12.2019
19 Uhr

Ausstellung
12.12.2019 – 19.01.2020
Di – So, 16 – 20 Uhr

Eintritt: 4,- €
Ermäßigt: 2,- €

Geschlossen: 24., 25., 26. und 31.12.2019 und 01.01.2020

 

 


© Dina Goldstein, “Bathroom mirror”, aus der Fotoserie „In the Dollhouse“, 2012
 

 

Begleitprogramm:

 

Mi. 8.1.2020
19.30 Uhr
Kleine Bühne

Eintritt: 10,- €
Ermäßigt: 8,- €

Lecture von Kalle Aldis Laar: Ken vs. GI Joe. Puppen, Action Figuren und Zeitgeist

Die Lecture setzt Ken und seine Konkurrenz in den Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen, zeigt Parallelen und Widersprüche, und verfolgt die zahlreichen Modulationen bis heute. Öfters totgesagt ist Ken nach wie vor lebendig ob als „The X Files“ Agent Fox Mulder oder Karl Lagerfeld. Und seine Real Life Version ist auch unterwegs: Rodrigo Alves gestaltet sich seit Jahren um zum „Human Ken Doll“ und feierte 2018 seine 62. Plastische OP. Dagegen fürchten eingefleischte Militaria Liebhaber: „Did political correctness kill off GI Joe Action Figures?“

 

 

Di. 14.1.2020
19 Uhr
Galerie 1-3

Eintritt: 5,- €
Ermäßigt 3,- €

Artist Talk und Ken´s Kunstcocktail

Kurator Stefan-Maria Mittendorf im Gespräch mit Künstler Robert Weissenbacher und im Anschluss gemeinsamer Ausklang bei Ken´s Kunstcocktail in der Cantina (Selbstzahler)

Anmeldung bis 13.01.2020 unter s.mittendorf@pasinger-fabrik.com


© Jana Cruder, „Bonding“, aus der Fotoserie „Great Expectations, 2013

 

 

Fr. 17.1.2020
19 Uhr
Galerien 1-3

Eintritt: 5,- €
Ermäßigt: 3,- €

Männer und Feminismus!?

Lesung von und Diskussion mit Jochen König

Ein bisschen toxische Männlichkeit kritisieren, regelmäßig die Spülmaschine ausräumen, zwei Monate Elternzeit nehmen, auch mal einen Tweet von einer Frau retweeten, andere Männer umarmen und sich Freitagabend einen Vortrag über Männer und Feminismus anhören. Fertig ist das Erfolgsrezept progressiver Männlichkeit. Müssen wir Männlichkeit einfach nur „entgiften“ und dann ist alles gut?

Jochen König ist Autor und Blogger und liegt manchmal abends lange wach und denkt darüber nach, was es mit dieser Männlichkeit auf sich haben könnte. Er liest aus seinen Büchern und spricht über Männlichkeit, Feminismus und darüber, dass seine Töchter ihn „Mama“ nennen und ob er trotzdem ein Mann sein kann.

In Kooperation mit BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung

Jochen König

 

 

Sa. 18.1.2020
10.30 – 16.30 Uhr
Studio 1

Teilnahmegebühr: 15,- €
Ermäßigt: 10,- €

Anmeldung: www.bayernforum.de

Wann ist ein Mann ein Mann?

Workshop für Männer mit Jochen König, Autor und Blogger

Das Männerbild ist im Wandel. An mancher Stelle vollzieht sich der Wandel etwas schneller, an anderen Stellen tun sich die Männer noch etwas schwerer. Väter, die wie selbstverständlich ihr Kind im Tragetuch durch die Stadt tragen, stehen dem Bedürfnis anderer nach „Bosstransformation“ und „Re-Maskulinisierung“ gegenüber. Immer wieder ist von einer Verunsicherung der Männer die Rede. Und gleichzeitig haben #metoo, Christchurch oder Halle in letzter Zeit die Dringlichkeit einer Diskussion über Männlichkeit noch einmal deutlich vor Augen geführt. Im Workshop wollen wir darüber nachdenken, was das alles mit uns zu tun hat, wie wir von Vorstellungen über Männlichkeit geprägt sind, wie uns das an manchen Stellen einschränkt und wie wir vielleicht eigentlich viel lieber leben wollen würden.


© Jana Cruder, “Who knew”, aus der Fotoserie “Great Expectations”, 2013

 

In Kooperation mit BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung