Gottfried Peer Ueberfeldt (1945 – 2014): Live Free or Die

Wann:
19. März 2020 um 16:00 – 3. Mai 2020 um 20:00
2020-03-19T16:00:00+01:00
2020-05-03T20:00:00+02:00
Wo:
Galerie 1 - 3
Preis:
4,- / 2,-

EINE RETROSPEKTIVE

Kurator: Stefan-Maria Mittendorf

Die Arbeit des autodidaktischen Künstlers, Comic-Zeichners, Autors, Kunstkritikers und Filmemachers Gottfried Peer Ueberfeldt (1945 – 2014) kann nach seinem Umzug 1966 nach München im Umkreis der hiesigen Avantgarde und als dauernde Suche nach der Neudefinition sowohl der Rolle der Kunst als auch seiner eigenen Existenz betrachtet werden. Wie andere junge Künstler*innen der Nachkriegsgeneration auch stand er vor der Frage, in welche Richtung sich die zeitgenössische Darstellung bewegen sollte, nachdem ein mörderischer Krieg die moralische Legitimität Deutschlands zugrunde gerichtet hatte.

Die Ausstellung „Live free or die“ ist die erste Retrospektive von Ueberfeldts Werken seit seinem Tod 2014. Gezeigt wird eine repräsentative Auswahl von 75 schwarz-weißen sowie kolorierten Handzeichnungen, bearbeitete Kopien und der Film „Das vierte System“. Ueberfeldts schraffierte Federzeichnungen sind von einer kühlen Präzision, in denen technische Verfahren des Photographismus und der Architekturzeichnung vereinigt sind. Daraus entwickelte der Künstler seinen eigenen Stil, dessen Herkunft aus Comic-Umsetzungen der Pop-Art und dem naturalistischen Photographismus unverkennbar ist, der aber auch die eigene, individuelle Note bekundet. Seit 1975 lebte der Künstler in Natchez, Mississippi in den USA. Die „neue Welt“ und der legendäre Road Movie „Easy Rider“ inspirierten ihn für seine Bildfindungen. Er begann seine Zeichnungen mit Porträts von Peter Fonda, Harley-Davidson-Motorrädern und Rail-Cross-Zeichen aufzuladen. Mit Ueberfeldts Umzug nach München 1995 setzte die Kolorierung der Zeichnungen ein. Diese Werke weisen einen hohen Grad an Fragmentierung auf und sind surreal aufgeladen. Gequälte Kreaturen im Stil Hieronymus Bosch`s, Ueberfeldts „alter ego“, eine Totenmaske, die Zigarette an einer Kette, eine Überwachungskamera sowie das violette Eingangsportal zu einer Totenkapelle sampelte der Künstler zu ortlosen und dystopischen Bildräumen. Gottfried Peer Ueberfeldt starb am 14.02.2014 in München.

 

Vernissage
Mi. 18.3.2020
19 Uhr

Ausstellung
19.3. – 3.5.2020
Galerien 1-3
Di – So 16.00 – 20.00 Uhr
Geschlossen: 10., 12.4. und 1.5.2020

Eintritt: 4,- €
Ermäßigt: 2,- €

 

 

Begleitprogramm:

 

Mi. 25.3.2020
19 Uhr
Galerien 1 – 3

Eintritt: 5,- €
Ermäßigt: 3,- €

Gesprächsführung und Gottfried´s Kunstcocktail

Magdalena Gerl (ehemalige Lebenspartnerin von Gottfried Peer Ueberfeldt) im Gespräch mit Kurator Stefan-Maria Mittendorf. Im Anschluss gemeinsamer Ausklang bei Gottfried´s Kunstcocktail in der Cantina (Selbstzahler)

Anmeldung: bis 24.03.2020 unter s.mittendorf@pasinger-fabrik.com

 

 

 

Lesung
Do. 9.4.
20 Uhr
Kleine Bühne

Eintritt: 10,- €
Ermäßigt: 8,- €

 „Sommerhitze“

unvollendeter und unveröffentlichter Roman von Gottfried Peer Ueberfeldt

Gelesen von und mit Schauspieler Knud Fehlauer

„Sommerhitze“ ist eine sehr persönliche Erzählung aus multiplen Perspektiven über das Lebensgefühl der amerikanischen Südstaaten, in deren Mittelpunkt die Figur Raphaels als Ueberfeldts „alter ego“ steht. Im Genre eines Krimis analysiert der Autor seismographisch die gesellschaftlichen Mechanismen Amerikas.

 

Knud Fehlauer

Eine Veranstaltung der Pasinger Fabrik GmbH